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Mit Vollgas durch die Geschichte des Autogases, 22.10.2015

Ok, gleich zu Beginn erst einmal eine Entschuldigung für die flapsige Formulierung in der Überschrift - die Begriffe "Gas geben" oder auch "Vollgas" haben nichts damit zu tun, ob die Brennräume der Zylinder von Ottomtoren mit Gas oder Benzin befeuert werden. Das "Gas" in beiden Worten geht wohl eher auf die Tatsache zurück, dass Benzin im amerikanischen Sprachgebrauch Gasoline heißt.

Daten zur Erdgasnutzung mit Blick auf die damit verbundene Automobilentwicklung

Aber nun mit einiger Ernsthaftigkeit zur Historie von Autogas und dem langen Weg der von der Entwicklung bis zur Serienfertigung von gasbetriebenen Autos. Die Autogas-Geschichte beginnt vermutlich im Jahre 1769, als Nicolas Cugnot in Frankreich einem Auto mittels Dampf Vortrieb verschaffen wollte. Dieser Versuch scheiterte jedoch, da das etwa 5 km/h schnelle Fahrzeug nicht zu lenken war und geradewegs gegen eine Mauer prallte. Mit diesem Versuch hatte Cugnot jedoch den Erfindergeist zahlreicher Tüftler geweckt, die unterschiedlichste Dampfwagen konzipierten. Einige Quellen berichten davon, dass bereits 1833 mehr als 30 der schweren Ungetüme auf Londons Straßen zu sehen waren. Doch es dauerte dann noch bis zum Jahr 1860, ehe ein von einem gasbetriebenen Explosionsmotor angetriebenes Auto patentiert wurde. Erfinder war der Franzose Etienne Lenoir, der statt des Dampfes erstmals Rauch zum Einsatz brachte. Weitere Fahrzeuge mit Gasantrieb, unter anderem vom Österreicher Siegfried Markus und von George B. Seldon, kamen auf den Markt. Aber erst das Viertakt-Prinzip von Nicolaus August Otto brachte 1876 einen entscheidenden Durchbruch. Weitere Pioniere in der Entwicklung von Gasmotoren waren Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach. Erst durch deren Aktivitäten gelang es, die gasbetriebenen Fahrzeuge zu etablieren.

Aber das alles hatte noch wenig zu tun mit dem heutzutage üblichen Autogas. Zu den heutigen Autogasen zählt man die verflüssigten Gase wie Butan, Propan oder Ethan sowie deren Gemische. Ursprünglich galten die bei der Erdöl- und Erdgasförderung anfallenden Gase als wirtschaftlich nicht zu verwerten und wurden direkt abgefackelt. Wann genau Flüssiggas erstmals als Kraftstoff für Ottomotoren Verwendung fand, lässt sich nicht mehr genau datieren. In Italien wurde Erdgas bereits um 1930 an Tankstellen angeboten, während es in Deutschland noch bis etwa 1995 dauerte, ehe das Konzept Erdgas als Kraftstoff aktiv weiterentwickelt und durch entsprechende Werbung ins Bewusstsein der Kunden gerufen wurde. Und das, obwohl schon 1935 die erste Gastankstelle für Flüssiggas in Hannover in Betrieb genommen worden war.

In den 70er Jahren fand das Prinzip erdgasbetriebener Fahrzeuge in den Niederlanden weite Verbreitung. Flüssiggas oder LPG (vom englischsprachigen Liquefied Petroleum Gas abgeleitet) war lange Jahre der Treibstoff bei Taxis in Bangkok und Istanbul, auch die staatlichen Taxis und Fahrschulfahrzeuge der ehemaligen DDR wurden in den 70er und 80er Jahren mit Autogas betrieben. In Österreich war der Gasantrieb für private Fahrzeuge zunächst ebenfalls weit verbreitet. Das Verbraucherinteresse ließ jedoch wegen der später eingeführten, hohen Besteuerung des Erdgases wieder nach. Durch eine günstige Umweltbilanz im Vergleich zu Benzin- oder Dieselmotoren gewannen gasbetriebene Ottomotoren aber zunehmend an Bedeutung und Fahrzeuge mit Autogasbetrieb waren schnell in fast allen europäischen Ländern zu finden. Auch die steigenden Preise für Benzin und Diesel sorgten für eine erhöhte Nachfrage nach dem steuerlich subventionierten Autogas.

Wie sich das mit der für 2018 geplanten Erhöhung des Steuersatzes weiter entwickeln wird, ist derzeit nicht voraussehbar. Zur Zeit gibt es Plände die Steuerbegünstigung bis 2025 zu verlängern.

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Steuerhinweis

Der verminderte Steuersatz für Autogas gilt verbindlich bis zum 31. Dezember 2018.
www.bundesrecht.juris.de

Wissenswertes

Autogas, Flüssiggas, GPL, LPG
de.wikipedia.org